Seite wählen

… Geschenke du sonst noch on Top bekommst

Fehler macht niemand gern. Schon gar nicht im Land der Ingenieure, wo alle Prozesse bestenfalls auf 0-Fehlertoleranz getrimmt und möglichst kein Ausschuss produziert wird. Der Optimierungs-Wahn wurde in der westlich patriarchalen Welt schon vor Zeiten zur Gottheit erhoben.

Spätestens in der Schule geht’s los: Fehler werden angekreidet und getadelt. Aber auch gesamztgesellschaftlich gelten Fehler als etwas ganz Schlechtes und sind unbedingt zu vermeiden. Lang lebe die Fehlerlosigkeit – wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz.

Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter brauchen Dringend eine positive Fehlerkultur – gerade in der Arbeitswelt 4.0. Denn, Unternehmen müssen innovativer sein als je zuvor, um sowohl im harten Wettbewerb um Fachkräfte als auch in der globalisierten und digitalisierten Wirtschaftswelt zu bestehen. Umso wichtiger ist es, eine konstruktive Fehlerkultur zu leben, die zum Nährboden für Weiterentwicklung und Innovation werden kann. Für Innovationen wird ein Freiraum benötigt, in dem Fehler machen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht ist – und diejenigen, die sich mutig mit ihren Fehlern zeigen, gehören belohnt und gelobt, statt kritisiert und verängstigt.

Aus der berühmten Rede von Theodore Roosevelt: „Citizenship in a Republic“ an der Sorbonne in Paris, vom 23. April 1910 ist dieser Abschnitt, der unter dem Titel “Man in the Arena“

“It is not the critic who counts; not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood; who strives valiantly; who errs, who comes short again and again, because there is no effort without error and shortcoming; but who does actually strive to do the deeds; who knows great enthusiasms, the great devotions; who spends himself in a worthy cause; who at the best knows in the end the triumph of high achievement, and who at the worst, if he fails, at least fails while daring greatly, so that his place shall never be with those cold and timid souls who neither know victory nor defeat.”

„Nicht der Kritiker zählt; nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht, wie der Starke fällt oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht staubig und verschwitzt und voller Blut ist; der sich wacker bemüht; der sich irrt, der wieder und wieder scheitert, weil es kein Bemühen ohne Fehler und Schwächen gibt; aber der sich tatsächlich bemüht, Taten zu vollbringen; der großartige Begeisterung, großartige Hingabe kennt; der seine Kraft auf eine ehrenwerte Sache verwendet; der im besten Falle am Ende den Triumph einer großen Leistung kennt und der, im schlimmsten Falle, sollte er scheitern, zumindest bei einem kühnen Versuch scheitert, so dass sein Platz nie bei den kalten und furchtsamen Seelen ist, die weder Sieg noch Niederlage kennen.“

Mein Tipp:
Nutze diese beiden großartigen Chancen, um eine andere Fehllee-Kultur zu initiieren. Sie kommen nicht wieder:

Der erste Fehler oder die erste Schwäche, die du im Team erkennst.
Überlege dir genau, wie du vorgehen willst. Geht es darum Stärke zu zeigen oder könnt ihr von einander lernen und eure Beziehung vertiefen? Schafft ihr es euch auf einander einzulassen?

Genau das gleiche gilt für den ersten Konflikt, den ersten Streit/ Auseinandersetzung. Geht es dir darum Recht haben oder willst du wirklich die Ansichten, Meinungen und Erfahrungen des Gegenüber erkunden?

Bist du neugierig oder ängstlich?

Links:

–Websites–
Die TED Talks von Elizabeth Gilbert, Autorin des Bestsellers „Eat, Pray, Love“
über die Angst zu Scheitern Your elusive creative genius
und warum warum Erfolg so verwirrend sein kann wie Misserfolg Success, failure and the drive to keep creating

Der TED Talk – On being wrong der beleuchtet warum wir vielleicht falsch liegen, wenn wir alles tun, um nicht falsch zu liegen. Die „Falschforscherin“ hat ein überzeugendes Argument, warum wir unsere Fehlbarkeit künftig nicht nur zuzugeben, sondern zu umarmen sollten von Kathryn Schulz

Besonders wichtig ist mir an dieser Stelle auf das toxische patriarchale, männliche Rollenverständnis hinzuweisen. Hier ein paar Links, wenn du dich dem Thema nähern möchtest.

Der TED Talk – Ein Appell an die Männer von Tony Porter

Der TED Talk – Why I‘m done trying to be “man enough” von Justin Baldoni

Trailer zum Film/ Doku „The Mask you live in“ Link zum YouTube Video

Mit Nichten bedeute es, dass das Frauenbild in unserer Gesellschaft besser ist. Deshalb hier ein erschreckend guter Film-Trailer zum Film/ Doku „Miss Representation Link zum YouTube Video